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2. Februar 2016

Vorsicht: Welche ungewollten Konsequenzen Versicherungs-Apps für Sie haben können!

Versicherungs-Apps sind gerade ein großes Thema. Im Werbefernsehen und in sozialen Medien wird viel für sie geworben. Wussten Sie aber schon: Wenn Sie Ihre Verträge in eine solche App einpflegen, übertragen Sie damit auch das Maklermandat an den App-Anbieter und erteilen ihm weitgehende Vollmachten. Ihr vertrauter Versicherungsmakler ist dann nicht mehr zuständig und kann nichts mehr für Sie tun.

Vorsicht: Welche ungewollten Konsequenzen Versicherungs-Apps für Sie haben können!

In letzter Zeit wird viel für Versicherungs-Apps geworben und viel über die sogenannten "FinTechs" berichtet. Diese Apps bzw. StartUps versprechen die "digitale Freiheit" im Versicherungs­wesen, einen einfachen Überblick über alle Verträge und natürlich auch den "persönlichen Service per Telefon, E-Mail oder SMS".

Zu den Anbietern in Deutschland gehören unter anderem Asuro, Clark, GetSafe und natürlich auch Knip.

Versicherungs-App ausprobiert – und schon ist das Beratungs- und Betreuungsverhältnis mit Ihrem bisherigen Versicherungsmakler futsch

Die meisten Anbieter animieren Nutzer, die App herunterzuladen, sich dann in der App zu registrieren und die eigenen Versicherungsverträge einzupflegen. Also einfach mal ausprobieren... Das klingt schön harmlos und unverbindlich, ist es aber nicht!

Denn was viele Versicherungskunden nicht wissen und worüber sie von der App auch nicht deutlich aufgeklärt werden: Mit der Registrierung per Unterschrift ist in aller Regel der Abschluss eines Maklervertrages und die Erteilung einer Vollmacht verbunden, d. h. die Bestands­verwaltung zu allen eingepflegten Verträgen geht auf den App-Anbieter über. Der bisherige Versicherungsmakler wird damit ausgebootet, er verliert sein Mandat.

Bei Hengstenberg & Partner haben wir genau das schon erlebt. Wenn wir unsere betroffenen Kunden kontaktieren und sie fragen, warum sie diesen Maklerwechsel durchgeführt haben, sind sie in der Regel völlig überrascht: Noch keiner unserer Kunden hatte die Absicht, sein Mandat bei Hengstenberg & Partner aufzugeben und ebenfalls keinem unserer Kunden waren die Konsequenzen bewusst! Man wollte doch nur seine Versicherungsverträge in einer App sehen und verwalten. Die Beratung und Betreuung (nicht zuletzt auch im Schadensfall) sollte aus Sicht dieser Kunden selbstverständlich weiterhin bei uns, am Sendlinger Tor, stattfinden. In allen Fällen konnten wir unseren Kunden helfen, das Versehen rückgängig zu machen und die Betreuung bei uns zu belassen.

Das passiert wenn Sie eine der neuen Versicherungs-Apps nutzen:

  • Sie treten in Geschäftsbeziehung zu einem Ihnen praktisch unbekannten Finanzdienstleister, den Sie nur per Telefon, E-Mail oder SMS kontaktieren können
  • Sie erteilen diesem Finanzdienstleister bzw. App-Anbieter ein Maklermandat und damit weitreichende Vollmachten über Ihre Versicherungspolicen
  • Sie geben eine Menge an per­sön­lichen Daten zu Ihrer Lebens­situation und Ihren Versicherungen an diesen Anbieter weiter
  • Sie übertragen den Anspruch auf Courtage zu allen in die App eingepflegten Verträgen von Ihrem bisherigen Versicherungsmakler auf den App-Anbieter
  • Sie beenden das Mandat Ihres bisherigen Versicherungsmaklers, der Sie zu den übertragenen Versicherungsverträgen nicht mehr beraten, betreuen und unterstützen kann (z.B. im Schadensfall)

Den Anbietern der Apps geht es um Bestandsprovisionen und persönliche Daten

Wie weitreichend die Folgen der Nutzung einer dieser neuen Versicherungs-Apps in der Regel ist, dürfte nicht nur unseren Kunden überwiegend unbekannt sein. Denn genau das verschleiern die neuen Anbieter sehr geschickt: In ihrer Werbung stellen sie die einfache und übersichtliche Vertrags­verwaltung mittels App, den "digitalen Überblick" und das Ende des lästigen Papierkrams in den Vordergrund.

Den Anbietern von Versicherungs-Apps geht es aber nicht (selbstlos) darum, Versicherungen übersichtlich und digital darzustellen. Ihnen geht es ums Geld. Das bekommen sie zum einen durch die Übernahme von Versicherungs­verträgen, weil mit jeder Versicherung eine laufende Bestands­provision (Courtage) verbunden ist.

Zum anderen haben die App-Anbieter und deren im Hintergrund agierenden Finanziers langfristig noch ganz andere Pläne. Versicherungs-Apps sind nämlich perfekte Instrumente um möglichst viele Adressen und (sehr!) persönliche Daten einzusammeln.

Beide Ziele sind umso einfacher zu erreichen, je weniger den betroffenen Kunden die Konsequenzen der App-Nutzung bewusst sind. Deshalb findet man die Regelungen dazu auch nur im Kleingedruckten, also den Bedingungen zur jeweiligen App. Diese liest jedoch kaum jemand durch.

Welchen Gegenwert erhalten Sie für die Preisgabe Ihrer Daten?

Grundsätzlich ist die laufende Courtage einer Versicherungspolice das Entgelt des Versicherungs­maklers für die Beratung und Betreuung des Kunden. Bei den neuen App-Anbietern ist hier eine gewisse Vorsicht sicherlich angebracht, weil bislang noch keine Erfahrungen zur Beratungs- und Betreuungs­qualität sowie zum fachlichen Know-How vorliegen.

Wie gut machen das diese StartUps und möchten Sie als Kunde tatsächlich diese wichtige Aufgabe von einem vertrauten Ansprechpartner auf ein Ihnen unbekanntes Unternehmen übertragen?

Und was leisten die Apps im Schadensfall? Einige Anbieter haben die Regulierung von Schadensfällen derzeit von ihren Leistungen sogar explizit ausgenommen. Die Courtage nehmen sie gerne, aber die Regulierung von Schadensfällen soll der Kunde selbst in die Hand nehmen.

Es ist Ihre Entscheidung: Persönliche Beratung und Betreuung durch Ihren Makler oder Minimalbetreuung durch eine App?

Für alle Kunden von Hengstenberg & Partner gilt deshalb: Wenn Sie eine dieser Apps nutzen, entziehen Sie uns den Maklervertrag. Wir können Sie dann zu den in der App verwalteten Verträgen nicht mehr beraten und Sie auch nicht mehr im Schadensfall unterstützen.

Zu jedem Vertrag kann es nur ein Maklermandat geben. Dieses Mandat liegt entweder bei Hengstenberg & Partner oder eben beim Anbieter der App. Nur der Inhaber des Maklermandats und der Maklervollmacht kann rechtswirksam mit der Versicherung in Beziehung treten und bekommt von ihr alle aktuellen Informationen zum jeweiligen Vertrag.

Zu wem haben Sie Vertrauen?

Bedenken Sie gut, welche Konsequenzen die Nutzung einer App bedeutet!

Wir empfehlen Ihnen, von der Nutzung dieser neuen Apps Abstand zu nehmen. Es sei denn, Sie finden es spannend, Ihre persönlichen Daten preiszugeben, einen Maklervertrag mit einem Ihnen völlig unbekannten Anbieter zu schließen und darüber hinaus diesem Unternehmen noch weitreichende Vollmachten über Ihre Verträge zu erteilen.

Wenn Sie es sich bei der Verwaltung Ihrer Versicherungen und Vorsorgeverträge wirklich einfacher machen möchten, erteilen Sie uns doch einfach ein Gesamtmandat – so wie es schon hunderte unserer Kunden zu ihrem Vorteil gemacht haben! Dann kümmern wir uns um Sie und Ihre Versicherungsverträge.

Wenn Sie die Idee einer App grundsätzlich gut finden, sollten Sie uns das mitteilen (eine E-Mail reicht aus). Teilen Sie uns mit, welchen ergänzenden Nutzen Sie sich von einer App versprechen und welche Funktionen diese haben soll. Denn was diese StartUps können, können wir – zusammen mit unserer VEMA Maklergenossenschaft – auch. Dort wird bereits intensiv über verschiedene digitale Modelle nachgedacht.

Versicherungsmakler Andrik Kurschewitz

Andrik Kurschewitz

Andrik Kurschewitz ist Geschäftsführer und Gesellschafter von Hengstenberg & Partner, dem unabhängigen Versicherungsmakler in München. Im H+P-Blog schreibt er überwiegend über Themen zur Personenversicherung und Altersvorsorge.

Profil von Andrik Kurschewitz

Autor: Andrik Kurschewitz Datum: 2. Februar 2016

Kategorien: Hengstenberg, In den Medien

2 Kommentar(e) zu diesem Beitrag - schreiben Sie auch einen!

  1. Yvonne Heinrich schrieb am 3. Februar 2016

    Da ich eines der seltenen Exemplare Mensch zu sein scheine, die KEIN Handy besitzt und ich weiß auch ganz genau warum ich keines besitzen will - kann ich nur empfehlen, AGBs genau durchzulesen und sich INTENSIV und mit aller gebotenen VORSICHT, dem interessanten Thema Apps zu widmen.

    Das Hirn schalten wir ein und wir denken nach - mit WEM und WELCHEN wir es zu tun haben und WARUM wird uns ein solcher "Service" angeboten - oft noch UMSONST - wo wir doch genau wissen, umsonst gibt´s gar nix auf dieser Welt!

    Die Welt wird für uns bequem gemacht - alles mit einem Klick erledigt, wir werden faul und unbedacht! Datenschützer warnen schon seit 20 Jahren vor dem Ungemach der Tracking Software - die wir uns, für eine Bequemlichkeit mehr, einfach aufladen können, im wahrsten Sinne des Wortes! Für die Bequemlichkeit opfern wir unsere persönliche Freiheit - das ist so! Wir denken nach! Das Handy ist für mich ein offenes Gefängnis - ich bin lieber FREI und habe es halt ein wenig "unbequemer", aber ich behalte dadurch meine Unabhängigkeit! Das ist viel in diesen Zeiten!

    Danke für diesen Hinweis!

  2. Moritz schrieb am 22. August 2016

    Gerade bei einem Kollegen von Ihnen (?) auch einen Beitrag gefunden, der in das gleiche Horn stößt: http://www.versicherungsbote.de/id/4836739/Knip-Versicherungsmakler-FinTech-kuendigen. Sicherlich interessant für Ihre Kunden im Rahmen des Blogbeitrags. Darf ich den Link hier setzen? Sonst bitte einfach den Kommentar löschen!

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