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Drastische Konsequenzen bei der Nutzung von Versicherungs-Apps

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Beitrags-Archiv

Versicherungs-Apps sind seit ein paar Jahren ein großes Thema. Ihr Ansatz passt vermeintlich gut in unser Leben: Per Smartphone, App und Klick lässt sich alles regeln! Doch welche drastischen Konsequenzen der Wechsel zu einer Versicherungs-App hat, ist vielen nicht bewusst.

Versicherungs-Apps und die dahinterstehenden Fin-Techs versprechen die "digitale Freiheit" im Versicherungs­wesen, einen einfachen Überblick über alle Verträge und natürlich auch den "persönlichen Service per Telefon, E-Mail oder SMS". 

Der Marktführer in Deutschland dürfte Knip sein, andere bekannte Anbieter von Versicherungs-Apps sind Clark, Treefin, Asuro, GetSafe. Doch natürlich spielen auch Vergleichsportale wie Check24 und andere mit.

Versicherungs-App ausprobiert – und schon ist das Beratungs- und Betreuungsverhältnis mit Ihrem bisherigen Versicherungsmakler futsch

Die meisten App-Anbieter animieren Nutzer, die App herunterzuladen, sich dann in der App zu registrieren und die eigenen Versicherungsverträge einzupflegen. Also einfach mal ausprobieren? Das klingt schön harmlos und unverbindlich, ist es aber nicht! Die meisten Versicherungs-Apps sind nämlich nicht nur eine digitale Verwaltung bestehender Verträge.

Sie erteilen dem App-Anbieter mit Ihrer Registrierung ein Maklermandat!

Was viele Versicherungskunden nicht wissen und worüber sie von den Versicherungs-Apps nicht deutlich aufgeklärt werden: Mit der Registrierung per Unterschrift ist in aller Regel der Abschluss eines Maklervertrages und die Erteilung einer sogenannten Maklervollmacht verbunden.

Das heißt, die Bestands­verwaltung zu allen eingepflegten Versicherungsverträgen geht auf den App-Anbieter über, Sie erteilen ihm damit weitgehende Vollmachten. Ihr vertrauter Versicherungsmakler ist dann nicht mehr zuständig und kann nichts mehr für Sie tun.

Genervte Versicherungsmakler

Wenn wir unsere betroffenen Kunden kontaktieren und sie fragen, warum sie diesen Maklerwechsel durchgeführt haben, sind sie in der Regel völlig überrascht:

Noch keiner hatte die Absicht, sein Mandat bei Hengstenberg & Partner aufzugeben und keinem waren die Konsequenzen bewusst! Man wollte doch nur seine Versicherungsverträge in einer App sehen und verwalten.

Verunsicherte Endkunden

Der Tenor unserer Kunden war: Die Beratung und Betreuung (nicht zuletzt auch im Schadensfall) sollte aus Sicht dieser Kunden selbstverständlich weiterhin bei uns stattfinden. 

Doch so zweigeteilt ist das nicht möglich. In allen Fällen konnten wir unseren Kunden helfen, das Versehen rückgängig zu machen und die Betreuung bei uns zu belassen.

Warum sind die Versicherungs-Apps kostenlos?

Wie weitreichend die Folgen der Nutzung einer dieser Versicherungs-Apps in der Regel ist, dürfte nicht nur unseren Kunden überwiegend unbekannt sein. Denn genau das verschleiern die neuen Anbieter sehr geschickt: In ihrer Werbung stellen sie die einfache und übersichtliche Vertrags­verwaltung mittels App, den "digitalen Überblick" und das Ende des lästigen Papierkrams in den Vordergrund.

Den Anbietern der Apps geht es um Bestandsprovisionen...

Den Anbietern von Versicherungs-Apps geht es aber nicht (selbstlos) darum, Versicherungen übersichtlich und digital darzustellen. Ihnen geht es ums Geld. Das bekommen sie zum einen durch die Übernahme von Versicherungs­verträgen, weil mit jeder Versicherung eine laufende Bestands­provision (Courtage) verbunden ist.

...und es geht um Ihre persönlichen Daten

Zum anderen haben die App-Anbieter und deren im Hintergrund agierenden Finanziers langfristig noch ganz andere Pläne. Versicherungs-Apps sind nämlich perfekte Instrumente um möglichst viele Adressen und (sehr!) persönliche Daten einzusammeln.

Beide Ziele sind umso einfacher zu erreichen, je weniger den betroffenen Kunden die Konsequenzen der App-Nutzung bewusst sind. Deshalb findet man die Regelungen dazu auch nur im Kleingedruckten, also den Bedingungen zur jeweiligen App. Diese liest jedoch kaum jemand durch.

Das passiert, wenn Sie eine Versicherungs-App nutzen

  • Sie treten in Geschäftsbeziehung zu einem Ihnen praktisch unbekannten Finanzdienstleister, den Sie nur per Telefon, E-Mail oder SMS kontaktieren können.
  • Sie erteilen diesem Finanzdienstleister bzw. App-Anbieter ein Maklermandat und damit weitreichende Vollmachten über Ihre Versicherungspolicen.
  • Sie geben eine Menge an per­sön­lichen Daten zu Ihrer Lebens­situation und Ihren Versicherungen an diesen Anbieter weiter.
  • Sie übertragen den Anspruch auf Courtage zu allen in die App eingepflegten Verträgen von Ihrem bisherigen Versicherungsmakler auf den App-Anbieter.
  • Sie beenden das Mandat Ihres bisherigen Versicherungsmaklers, der Sie zu den übertragenen Versicherungsverträgen nicht mehr beraten, betreuen und unterstützen kann (z.B. im Schadensfall).
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Welchen Gegenwert erhalten Sie für die Preisgabe Ihrer Daten?

Die laufende Courtage einer Versicherungspolice ist das Entgelt des Versicherungs­maklers für die Beratung und Betreuung des Kunden. Bei den Versicherungs-Apps ist zudem eine gewisse Vorsicht angebracht, denn Beratungs- und Betreuungs­qualität sowie fachliches Know-how lassen oft zu wünschen übrig.

Möchten Sie als Kunde wirklich die persönliche Betreuung und Beratung von Ihrem vertrauten Ansprechpartner auf ein Ihnen unbekanntes Unternehmen übertragen?

Was die App-Anbieter im Schadensfall leisten und wie vehement sie Ihre Ansprüche gegenüber den Versicherern vertreten, können wir nicht beurteilen, sind skeptisch. Womöglich müssen Sie als Kunde die Regulierung von Schadensfällen sogar selbst in die Hand nehmen. Hierzu ist es wichtig zu verstehen, was die Aufgaben und Pflichten eines Versicherungsmaklers sind!

Persönliche Beratung und Betreuung durch Ihren Makler oder Minimalbetreuung durch eine Versicherungs-App?

Für alle Kunden von Hengstenberg & Partner gilt deshalb: Wenn Sie eine dieser Apps nutzen, entziehen Sie uns den Maklervertrag. Wir können Sie dann zu den in der App verwalteten Verträgen nicht mehr beraten und Sie auch nicht mehr im Schadensfall unterstützen.

Zu jedem Vertrag kann es nur ein Maklermandat geben. Dieses Mandat liegt entweder bei Hengstenberg & Partner oder eben beim Anbieter der App. Nur der Inhaber des Maklermandats und der Maklervollmacht kann rechtswirksam mit der Versicherung in Beziehung treten und bekommt von ihr alle aktuellen Informationen zum jeweiligen Vertrag.

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Machen Sie sich's doch einfach bequem!

Sie dachten, mit einer Versicherungs-App lässt sich der lästige Versicherungskram einfacher erledigen?

Wenn Sie es sich bei der Verwaltung Ihrer Versicherungen und Vorsorgeverträge wirklich bequem machen möchten, erteilen Sie uns doch einfach ein Gesamtmandat – so wie es schon hunderte unserer Kunden zu ihrem Vorteil gemacht haben! Dann kümmern wir uns um Sie und Ihre Versicherungsverträge – rundum, proaktiv und persönlich.

Andrik Kurschewitz
Geschäftsführer und Gesellschafter

Finden Sie die Idee einer App grundsätzlich gut? Haben Sie schon gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie einen Kommentar! Welchen ergänzenden Nutzen versprechen Sie sich von einer Versicherungs-App und welche Funktionen sollte diese haben?

Versicherungsmakler Andrik Kurschewitz

Der Autor: Andrik Kurschewitz

Andrik Kurschewitz ist Geschäftsführer und Gesellschafter von Hengstenberg & Partner, dem unabhängigen Versicherungsmakler in München. Im H+P-Blog schreibt er überwiegend über Themen zur Personenversicherung und Altersvorsorge.

2 Kommentar(e) zu diesem Beitrag

  1. Yvonne Heinrich
    schrieb am 3. August 2019

    Da ich eines der seltenen Exemplare Mensch zu sein scheine, die KEIN Handy besitzt und ich weiß auch ganz genau warum ich keines besitzen will - kann ich nur empfehlen, AGBs genau durchzulesen und sich INTENSIV und mit aller gebotenen VORSICHT, dem interessanten Thema Apps zu widmen.

    Das Hirn schalten wir ein und wir denken nach - mit WEM und WELCHEN wir es zu tun haben und WARUM wird uns ein solcher "Service" angeboten - oft noch UMSONST - wo wir doch genau wissen, umsonst gibt´s gar nix auf dieser Welt!

    Die Welt wird für uns bequem gemacht - alles mit einem Klick erledigt, wir werden faul und unbedacht! Datenschützer warnen schon seit 20 Jahren vor dem Ungemach der Tracking Software - die wir uns, für eine Bequemlichkeit mehr, einfach aufladen können, im wahrsten Sinne des Wortes! Für die Bequemlichkeit opfern wir unsere persönliche Freiheit - das ist so! Wir denken nach! Das Handy ist für mich ein offenes Gefängnis - ich bin lieber FREI und habe es halt ein wenig "unbequemer", aber ich behalte dadurch meine Unabhängigkeit! Das ist viel in diesen Zeiten!

    Danke für diesen Hinweis!

  2. Moritz
    schrieb am 22. Dezember 2019

    Gerade bei einem Kollegen von Ihnen (?) einen alten Beitrag gefunden, der in das gleiche Horn stößt: http://www.versicherungsbote.de/id/4836739/Knip-Versicherungsmakler-FinTech-kuendigen. Sicherlich interessant für Ihre Kunden im Rahmen des Blogbeitrags. Darf ich den Link hier setzen? Sonst bitte einfach den Kommentar löschen!

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